Die Linde – früher Mittelpunkt der Dorfgemeinschaft, heute leider ein Übel für viele Autobesitzer.

Für mich ist sie jedoch ein Sinnbild der selbstlosen Liebe. Als würde sie ihr Wesen für alle ersichtlich machen wollen, sind ihre saftiggrünen Blätter zu wunderschönen Herzen geformt.

Die Linde hält es auch nicht für nötig, sich gefräßige Tierchen vom Leibe zu halten, deswegen enthalten ihre Blätter nur wenig Gerbstoffe. Dafür sind sie angefüllt mit Schleimstoffen, die sich, als wäre es an Köstlichkeit noch nicht genug, bei langem Kauen im Mund nach und nach entfalten und dadurch an Volumen noch weiter zunehmen.
Am leckersten sind die jungen, hellgrünen und noch weichen Lindenblätter. Das wissen auch andere Lebewesen sehr zu schätzen, deswegen ist es angebracht, sich ranzuhalten um noch ein Stück vom wilden Kuchen abzubekommen.

Doch die Linde hat selbstverständlich auch an uns Menschen gedacht. Sie weiß, dass ihre füllige Krone zu hoch für uns ist und hat uns daher ihre Stockausschläge geschenkt, so dass wir das gute Grün einfach im Vorbeigehen greifen und vernaschen können.

Man kann die Blätter aber auch wunderbar zum Grünen Smoothie oder zu einer Süßspeise verarbeiten. Sie geben allem eine leicht puddingartige Konsistenz.

Aber nicht nur die Blätter schenkt sie uns, auch Blüten und Früchte sind essbar und wirksam bei vielerlei Erkrankungen. Hauptsächlich wirken sie beruhigend, entspannend, entzündungshemmend, schleimlösend und schweißtreibend.

Ist es da noch ein Wunder, dass die Germanen sie der Freia, der Göttin der Liebe, geweiht haben?

Die Linde
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